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Langlebige organische Schadstoffe

Untersuchungen der Küstengebiete von Nord- und Ostsee, der Arktis und in China

Sie sind überall: in Outdoor-Jacken, Coffee-to-go-Bechern oder Sonnencremes. Viele Alltagsgegenstände enthalten Chemikalien, die den Produkten gezielte Eigenschaften wie zum Beispiel eine wasserabweisende Oberfläche verleihen. Über die Auswirkungen dieser Chemikalien auf die Umwelt ist aber häufig wenig bekannt. Nach Schätzungen der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) und der Europäischen Chemikalienagentur sind ca. 100.000 chemische Substanzen im Umlauf, mit denen wir Menschen in Kontakt kommen können. Davon sind etwa 1.200 potenzielle langlebige organische Schadstoffe . Sie könnten sich als gefährdend für die Meeresumwelt, den Zustand der im Meer lebenden Tiere und für die Gesundheit der Menschen herausstellen.

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Aus dem Labor der Abteilung „Umweltchemie". Foto: HZG/Christian Schmid

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung „Umweltchemie“ des Teilinstituts „Biogeochemie im Küstenmeer“ des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) arbeiten daran, das Umweltverhalten langlebiger organischer Schadstoffe zu verstehen und Vorkommen, Verteilung und Langstreckentransport dieser Substanzen in küstennahen und marinen Gebiete zu untersuchen. Weiterhin beleuchten sie, inwieweit sich Änderungen in der Produktion vieler Gegenständen des täglichen Bedarfs auf das Vorkommen und die Verteilungsmuster dieser Schadstoffe in der aquatischen Umwelt auswirken. Auf Probekampagnen mit Forschungsschiffen an Herkunftsorten der Substanzen, wie zum Beispiel am Rande intensiv genutzter Küstenstädte, und entlang der Transportwege in die Küstengebiete der Nord- und Ostsee nehmen die Wissenschaftler Wasser- und Sedimentproben. Die Untersuchungen wurden sowohl in heimischen Gewässern als auch in Küstengebieten der Arktis und China durchgeführt. In Laboren des HZG werden die Proben mit Hilfe modernster Nachweistechniken und Geräten ausgewertet und in Kombination mit detaillierten Computerberechnungen analysiert.

Neuer multimedialer Artikel zum Thema Schadstoffe in der Meeresumwelt

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Die Wissenschaftlerinnen Christiana Apel (li) und Hanna Joerss (re) haben den Artikel zum Thema Schadstoffe verfasst. Foto: HZG/Christian Schmid

Im marinen Geoportal „coastMap“ des Instituts für Küstenforschung werden die gesammelten Daten archiviert und für jedermann frei zugänglich gemacht. Daten von Forschungsexpeditionen der Forschergruppen des HZG, Kooperationspartnern und im Rahmen von Projekten und Forschungsvorhaben werden auf diese Weise zentral systematisiert und Erkenntnisse insbesondere auch für Laien verständlich aufbereitet.

In einem multimedial aufbereiteten Beitrag haben die Wissenschaftlerinnen Christina Apel und Hanna Joerss, Doktorandinnen am Institut für Küstenforschung, Ergebnisse der Studien der Abteilung „Umweltchemie“ zusammengestellt. Dabei ist ein Artikel entstanden, der die Ergebnisse allgemeinverständlich erklärt und Anwendern ermöglicht, die erzeugten Daten in interaktiven Karten online zu erkunden. Hier geht es zum wissenschaftlichen Schlaglicht zum Thema „Langlebige organische Schadstoffe“

Hintergrund

Die Wissenschaftler des Teilinstituts „Biogeochemie im Küstenmeer“ am Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht waren federführend in der Entwicklung des marinen Geoportals „coastMap“. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut untersuchen den Wandel der Küstenregionen unserer Erde mit einem Schwerpunkt auf den Schelfmeeren Nord- und Ostsee.

In die Entwicklung des Portals flossen Daten und Erkenntnisse aus dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten NOAH-Projekt (North Sea Observation and Assessment of Habitats) ein. Das Projekt ist eines von zwölf Projekten der "Küstenforschungsagenda für Nord- und Ostsee (KüNO)" des BMBF-Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung" (FONA).

Weitere Informationen


In der Reihe der wissenschaftlichen Schlaglichter des coastMap Portals ist dies der sechste Beitrag.

Ansprechpartner


Prof. Dr. Ralf Ebinghaus

Abteilungsleiter „Umweltchemie“ des Teilinstitut „Biogeochemie im Küstenmeer“ am Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Tel: +49 (0)4152 87-2354

E-Mail Kontakt